#4 - Edelmetalle und das Big Picture

09.08.2021

"Es gibt nichts Gutes oder Schlechtes, erst das Denken macht es so"

- William Shakespeare

Dieses Zitat begleitet mich besonders in den letzten drei Jahren. Es hat mich gelehrt, dass - ganz egal wie ich einem Thema, einer Person oder einer Sache gegenüber eingestellt bin - ich mir erst ein Urteil erlaube, wenn ich meine eigene Erfahrung gemacht und genügend Informationen darüber gesammelt habe. So war es bei mir auch beim Thema Investment - vor allem mit den Auswirkungen meines Investments nicht nur in monetärer Hinsicht, sondern auch in nicht-finanziellen Aspekten. Durch Zufall bin ich auf die Anlageklasse der Edelmetalle gestoßen, die als Anlageklasse schon mehrere Tausend Jahre Bestand hat.

Bereits im alten Rom wurden Silber und Gold als zwei der wertvollsten Tauschgüter und Grundlage damaliger Währungen genutzt. Das darauf basierende Wirtschaftssystem war allerdings geprägt von einer starken Chancenungleichheit, sodass nur wenige effektiv daran teilhaben konnten. Im Laufe der Geschichte hat sich das teilweise geändert mit immer mehr Menschen, die Zugang zur entscheidenden Voraussetzung zur Teilhabe am Wirtschaftssystem hatten: Bildung. In unserer westlichen Gesellschaft kann man sagen, dass für jede Person Zugang zu Bildung möglich ist und damit auch eine aktive Teilhabe an der Wirtschaft. Und mit dieser Möglichkeit zur Teilhabe kommt die Möglichkeit - und Verantwortung - zur Wahrung der Nachhaltigkeit unseres wirtschaftlichen Treibens.

Unsere Wirtschaft hat einen enormen "Impact" auf die Umwelt, in der wir leben - sei es ökologischer, sozialer oder kultureller und technologischer Natur. Und hierbei kommen auch Edelmetalle ins Spiel, die nicht nur als sicheres Anlagegut verwenden werden können, sondern auch als wertvolle Ressource in vielen technologischen Bereichen, zum Beispiel in der Medizintechnik. Allerdings sind die Vorkommen dieser Edelmetalle endlich und damit entsteht auch eine gewisse Verantwortung. Es wird in der Zukunft - bereits in den nächsten Jahrzehnten - entscheidend sein, wie wir diese Güter verwenden. Die Silbervorkommen zum Beispiel werden sich nach heutigen Prognosen in etwa 20 Jahren erschöpfen. Die Frage ist, haben wir dann Silberbarren in Tresoren liegen oder verwenden wir es mit seinen einzigartigen chemischen Eigenschaften in der Fotoindustrie, Katalysatoren zum Schutz der Umwelt oder überlebensnotwendige Dinge wie Chirurgenbesteck?

Auch wenn besonders in Geräten aus der Fotoindustrie und IT nur minimale Mengen an Silber benötigt werden, liegt gerade dort eine große Herausforderung: das Recycling von diesen Mikromengen gestaltet sich technologisch höchst herausfordernd. Nichtsdestotrotz fragt man sich, wie lange diese Herausford­erungen noch im derzeitigen Ausmaß ignorieren kann, wenn man sich vor Augen führt, dass in einer Tonne Elektroschrott 100 Mal mehr Gold steckt, als in einer Tonne Golderz.

Neben all diesen rein wirtschaftlichen Betrachtungen rückt immerhin langsam auch der Aspekt der Nachhaltigkeit in die Betrachtung. Viele Edelmetalle werden unter desaströsen ökologischen und vor allem auch sozialen Bedingungen gefördert, was Menschenrechtsverletzungen der Arbeiter angeht. Spätestens im Zuge der Elektrifizierung der Automobilbranche ist weltweit bekannt geworden, wie die Arbeitsbedingungen in zum Beispiel Lithium-Minen aussehen (auch wenn es sich dabei um kein Edelmetall handelt). Und auch Goldminen insbesondere in Schwellenländer haben zurecht keinen besseren Ruf. Auch den Begriff Blutdiamant hast du vielleicht schon einmal gehört. Der leitet sich nämlich nicht über eine rote Färbung ab.

Gleichzeitig werden auch Investoren sich immer mehr der Auswirkungen ihres Investments bewusst und sind nicht bereit, ihre Werte bei ihren Investments völlig außer Acht zu lassen. Leider gibt es im Bereich der Edelmetalle Nachhaltigkeit bisher höchstens in dem Sinne, dass zum Beispiel Gold nicht aus Ländern mit bekannten Menschenrechtsverletzungen stammt. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wie man sich an Unternehmen und Projekten beteiligen kann, die ethischen Entwicklungen förderlich sind.

Dass die Antwort auf eine derart komplexe Frage, nicht jeder Mensch für sich herausfinden kann, ist offensichtlich. Genau deswegen glaube ich an die Notwendigkeit eines Projekts wie Finance 4Future, das für dich diesen Dschungel durchdringen und für dich Licht ins Dunkle bringen möchte. Denn Finanzen geht auch anders - transparent, nachhaltig und wertegerecht.

Dein Eugen von

Finance 4Future