#36 - Risiko beim Investieren und das FinaMetrica-Risikoprofil

10.01.2023

Dipl. Psych. Monika Müller zur Entscheidungsbildung beim Investieren, was Risiko beim Investieren aus psychologischer Sicht bedeutet und wie du deine persönliche Risikobereitschaft herausfinden kannst. Lies unten weiter für das Transcript oder höre das komplette Interview einfach auf der Podcast-Plattform deiner Wahl, zum Beispiel Spotify oder Apple Podcasts

Risiko beim Investieren mit Monika Müller im Finance 4Future-Podcast
Risiko beim Investieren mit Monika Müller im Finance 4Future-Podcast

Intro: [00:00:00] Hallo und herzlich willkommen zur nächsten Episode im Finance 4Future Podcast, moderiert von Niklas Krämer. Hier bekommst du endlich einen Durchblick beim Thema nachhaltig investieren, und wir zeigen dir, wie du mit deiner Geldanlage auch wirklich was bewegen kannst viel Spaß!

Niklas Krämer: hi, ich bin Niklas, schön, dass du eingeschaltet hast.

Risiko beim Investieren, darum geht es heute. Wir alle wissen oder sollten wissen, dass Geld anlegen, ob nachhaltig oder nicht, immer auch mit Risiken verbunden ist. Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von Risiko: einmal ein Ausfallrisiko, dass das Geld weg ist, und auch ein Schwankungsrisiko gerade bei den geläufigen Sachen, wenn man an der Börse investiert, also Fonds, ETFs und so weiter.

Die werden jeden Tag neu bewertet in ihrem Preis und dementsprechend schwankt das Ganze natürlich auch. Die Finanzbranche hat relativ früh erkannt, dass man mit Angst auch [00:01:00] extrem gutes Geschäft machen kann, und bietet auch diverse Arten von Sicherheiten in den Produkten an. Das sind zum Beispiel Garantien bei Rentenversicherungen oder irgendwelche Zertifikate, bei den der Verlust von der Aktie oder dem Index beschränkt ist, aber die positive Entwicklung teilweise mitgenommen wird.

Die meisten von euch kennen vielleicht auch schon die zwei Hausmittel gegen Risiko, nämlich das eine ist Diversifikation - Streuung der Geldanlage auf ganz viele verschiedene Anlagen. Und das andere ist die Zeit. Wenn wir genug Zeit haben, sind kurzfristige Schwankungen irrelevant für uns, wenn wir nur auf die langfristig positive Entwicklung setzen.

Risiko ist natürlich nicht nur ein rationaler Begriff, auch Emotionen spielen eine riesen Rolle. Deswegen sprechen wir heute auch nicht mit einem Finanz- Mathematiker über Risiko, sondern mit einer Psychologin. Monika Müller hat mit FinaMetrica das wohl fundierteste Tool zur Erfassung der persönlichen Risikobereitschaft für Anleger nach Deutschland gebracht und bietet auch mit ihrer Firma FCM Finanz Coaching Weiterbildung für [00:02:00] Finanzberater an.

Herzlich willkommen im Finance 4Future Podcast. Frau Müller, ich freue mich, dass Sie da sind.

Monika Müller: und ich mich erst. Vielen Dank für die Einladung

Niklas Krämer: Erzählen Sie mal: Wie kam es denn, dass sich eine Psychologin mit Finanzen beschäftigt?

Monika Müller: Zunächst mal war das ein unternehmerische Frage, ich war angestellt tätig, genauer gesagt sogar verbeamtet und hatte aber das Bedürfnis, die Idee, den Wunsch, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Der Vorteil meiner Anstellung war, dass ich eine sehr gute Stelle hatte, die vielen Möglichkeiten geboten hat. Ich konnte also als Psychologin wirklich alles machen, was Sinn und Spaß gemacht hat. Also habe ich noch einen Unternehmensinhalt gesucht, eine Idee, die ist so noch nicht gab .

Auf dieser Suche bin ich sehr offen mit offenen Ohren - das war Ende der 90er Jahre, also schon ne Weile her - bin ich so durch's Land, durch das Radio, durch die Fernsehprogramme gegangen und habe bei dem Hype [00:03:00] Ende der 90er Jahre an mein Ohr gekriegt: Börse ist Psychologie. Aber ich hatte vorher ganz ehrlich gesagt noch nie mit Banken oder Finanzdienstleister gearbeitet, als Psychologin.

Niklas Krämer: Was war denn der Status quo, den Sie vorgefunden haben, als Sie sich das Thema anfangs angeschaut haben?

Wie haben Menschen in Deutschland in ihre Anlageentscheidungen überhaupt getroffen?

Monika Müller: Eigentlich war sind sehr unbestelltes Feld. Wirtschaftsnachrichten waren überhaupt nicht interessant, sondern eher das fing so bisschen an möglichen Börsenhype, aber ansonsten war das trockene Lektüre nur, die kaum jemand wahrgenommen hat.

Außer den Profis. Ich glaube Menschen haben sehr häufig unbewusst Entscheidungen getroffen - manchmal gute, manchmal schlechte. Und - das muss man sich auch mal klar machen - in den 90 er Jahren, Anfang der 90 er Jahre, hatte der Privatmensch kaum direkten Zugang zum Kapitalmarkt. Das fing erst so Ende der 90 er Jahre an und dadurch war die [00:04:00] Ausgangssituation für meine Tätigkeit, die, dass ich sehr wenig Ansatzpunkte vorgefunden habe, ein bisschen Behavioral Finance Forschung, die über den Teich geschwappt ist und die auch der ein oder andere Professor in Deutschland aufgenommen hat. Aber es war noch sehr unbestellt, und was ich ganz wichtig finde, ist, dass wir eben dadurch auch eine Situation hatten, die bis heute auch nachwirkt, die nämlich Geschichten produziert hat, wo Menschen Entscheidungen, so unbewusst und relativ naiv getroffen haben, dass das ja bis heute noch nachklingt, wenn man von der Telekom Aktie schon mal gehört hat. Das war so die Zeit, in der ich angefangen habe, als Psychologin mich mit dem Thema näher zu beschäftigen.

Niklas Krämer: Warum ist es denn so wichtig, Finanzentscheidungen nicht unbewusst zu treffen? Was kann dadurch passieren?

Monika Müller: Warum ist unbewusst nicht so gut... Ganz einfach: Wir haben eine Situation, in der wir mit Sicherheit ganz viele Informationen permanent wahrnehmen, ohne es zu merken. Und die wirken alle [00:05:00] zu unseren Entscheidungen. Und das ist kein großes Problem, solange die Informationen vorsortiert sind, sodass gute Informationenen sind. Aber davon kann ich ja, wenn ich einfach so das Informationsleben der heutigen Zeit durchgehe, gar nicht von ausgehen. Da fließt alles in mich rein und es entsteht in mir so ein Fluss von Entscheidungsbildung und am Ende habe ich das Gefühl, ich könnte jetzt entscheiden, aber ich weiß gar nicht, auf welcher Basis. Das ist in vielen Situationen - man nennt es auch unter Umständen Intuition - gar nicht so verkehrt, aber alleine auf der Basis von Intuition und den frei flottierenden Informationen, die auf mich einfließen, kommen mit Sicherheit nicht die besten Entscheidungen zustande.

In meiner Wahrnehmung sind es drei Komponenten, die wir bei der Entscheidungsfindung brauchen: Ratio. Intuition und Emotionen. Und die so gemeinsam im Blick zu haben, darauf zu achten, dass ich auch gute [00:06:00] Informationen bewusst konsumiere oder verarbeite, dass ich meine Intuition, also gemachte Erfahrungen, Entscheidungen, die schon von früher in mir schlummern, als wertvolle Informationen dazu hole, und dass ich natürlich auch meine Emotionen, die da auftauchen können bei Entscheidungen im Blick habe und darauf achte, dass zum Beispiel Emotionen, die vielleicht aus vergangenen Entscheidungen noch in mir schlummert - eine Entscheidung, die vielleicht nicht so gut gelungen ist - dass diese Emotionen nicht einfach auf die neue Entscheidung sich eins zu eins überträgt und mich vielleicht sogar abhält, mich zu entscheiden.

Niklas Krämer: Das heißt jetzt sprechen wir über Informationen und Entscheidungsfindung. Konkret geht es heute um das Thema Risiko, zu dem man eine Entscheidung treffen sollte oder darf. Was heißt ein Risiko beim Investieren aus Ihrer Sicht?

Monika Müller: Das ist ein total spannender Begriff. Es gibt, das will ich gerne vor wegschieben, eine ganz interessante Analyse, eine Begriffs Analyse, die kommt zu dem [00:07:00] Ergebnis, dass es über 300 Begriffsdefinitionsansätze gibt, die Menschen zum Thema Risiko haben.

Wenn Sie mich fragen, was meine ist, ist es vielleicht überhaupt nicht relevant, sondern relevant ist, wenn wir wissen, dass es so viele gibt, dann müssen wir bei einer Finanzentscheidung uns selber ein Stück weit einigen in welchem Kontext trennen wir die und worum geht es eigentlich, wenn wir jetzt eine Entscheidung zum Beispiel am Kapitalmarkt treffen wollen? Eine Aktie kaufen, einen ETF kaufen, wie auch immer. Dann gibt es eine ganz gute Definition, die auch in einer ISO festgehalten wurde, die ich immer ganz gerne nutze. Ich will die auch mal ganz einfach vorlesen, ich hab mir die man zur Hand genommen und die basiert auch dann gleich auf der Frage 'Was ist finanzielle Risikobereitschaft?'

Risiko ist die Abweichung von meiner Erwartung - und zwar nach unten nach oben. Ich habe eine gewisse Erwartung, was passieren wird. Und es ist ein Risiko, es [00:08:00] kann mehr oder weniger werden. Und die finanzielle Risikobereitschaft - die Definition, die sich daraus ergibt, heißt: es, ist so das Ausmaß, in dem ich bereit bin, negative Konsequenzen, also Verluste - und sei es vorübergehend - in Kauf zu nehmen, auch auch emotional auszuhalten, um positives Ergebnis, nämlich Gewinne, irgendwann zu erreichen.

Das ist eine Definition, die wenn wir am Kapitalmarkt uns orientieren, Entscheidungen dort treffen wollen, sehr hilfreich ist. Und das ist auch das, was der Kollege sagt, nämlich dass es keine richtige oder falsche Definition gibt, sondern dass wir drauf aufpassen müssen, mit welcher Definition wir an Sachen rangehen und ob sie überhaupt zu dem Gegebenheiten zu dem, was wir da vorhaben, passen.

Niklas Krämer: Ich kenn jetzt aus meiner Beratungs Erfahrung - wir beraten auch Kunden am Thema nachhaltiges Investment mit der WertWende - die Begriffe Risikotragfähigkeit und Risikotoleranz. Ersterer ist ein objektiver Wert, der sich aus der [00:09:00] finanziellen Situation, also dem geregelten Einkommen und so weiter ergibt, der Zweite ein emotionaler Wert.

Würden Sie sagen, dass das die zwei Dimensionen sind, in dem man sich da finden muss?

Monika Müller: Ja, ich würde sogar noch eine oder zwei dazugeben, aber lassen Sie uns mal gucken. Klar, die Risikotragfähigkeit, das ist so dass, was wir berechnen können: was kann ich für ein Risiko eingehen aufgrund meiner Vermögenssituation?

Die Risikobereitschaft, also ich nenne das gerne Risikobereitschaft, weil das ein ganz neutraler Begriff ist. Ich muss da nix tolerieren und nicht dazu nach neigen, irgendwas zu tun, sondern es ist so eine Handlungsoption, die da drin steckt, aber relativ neutral. Und die würde ich nicht nur als Emotion bezeichnet, sondern in der Psychologie würden wir sagen das ist eine Einstellung. Das ist also ein Muster aus Denken und Fühlen. Und zwar ein überdauerndes Muster. Generelle Risikobereitschaft ist ein Teil unserer Persönlichkeit. [00:10:00] Und eine Unterkategorie von der Risikobereitschaft ist eben die finanzielle Risikobereitschaft. Das ist ganz wichtig, dass wir erst mal wissen, finanzielle Risikobereitschaft ist eine relativ stabiles Persönlichkeitsmerkmal.

Das heißt nichts anderes, als dass jemand mit 18 und später mit 80 relativ ähnlich risikobereit sein wird. Es ist stabil, darauf können wir aufbauen. Das ist ein wunderbares Fundament unserer Persönlichkeit, das uns Orientierungs- und Navigationsmöglichkeiten gibt. Was wir unterscheiden müssen als Anleger, als Entscheider oder auch Sie als Berater, ist, dass die situativen Ausschläge, die wir manchmal wahrnehmen, nicht aus der Risikobereitschaft, also dieser Einstellung, resultieren, sondern dass die aus der Risikowahrnehmung resultieren. Wir nehmen Risiko je nach Situation, je nach Nachrichten, je nach Ereignissen um uns herum mal stärker und mal [00:11:00] weniger stark wahr.

Und wir müssen uns bewusst werden - wir haben vorhin über das bewusste Entscheiden gesprochen - dass das ein Unterschied ist. Und wenn ich meine strategisch langfristige Entscheidung treffe, gut ausgearbeitet mit meinem Berater - oder auch alleine - und ein halbes Jahr später gibt es ein Ereignis, was mich emotional vielleicht ein bisschen aus der Bahn schmeißt oder meine Wahrnehmung von Risiko so gravierend verändert, da gilt es aufzupassen, ob ich diese veränderte Risiko- und manchmal verzerrte Risikowahrnehmung als Grundlage für meine Entscheidung nutzen sollte, die langfristig tragfähig sein soll, von mir aus haltbar sein soll. Und dabei kann mir auch ein Berater sehr gut helfen, das auseinander zu friemeln.

Niklas Krämer: Und FinaMetrica ist ein Tool, mit dem man seine Risikobereitschaft herausfinden kann. Wie genau funktioniert das? .

Monika Müller: Genau. Ich habe eben schon gesagt: Risikobereitschaft, finanzielle [00:12:00] Risikobereitschaft, was FinaMetrica erfasst, ist ein Persönlichkeitsmerkmal. Und wir kennen in der Psychologie viele Fragebögen oder Tests, die Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmale erfassen können - viel besser als ein Individuum. Weil natürlich jeder von uns, wenn ich als Berater oder Coach mit einem Kunden zusammentreffe, habe ich ein Bild von dem anderen. Das ist sehr geprägt, auch durch meine eigene Risikobereitschaft und durch meine eigene Persönlichkeit.

Und ich habe sehr früh angefangen, darüber nachzudenken, wie kann man das Ganze objektiver machen, so dass der Kunde, der zu ihnen oder zu zehn anderen guten Finanzberatern oder Coaches geht, dass der immer auf Basis seiner Risikobereitschaft - die sich ja nicht ändert egal zu wem ich gehe, Entscheidungen trifft. Und das gelingt sehr gut - auch wissenschaftlich fundiert und belegt durch Untersuchungen vom Max-Planck- Institut und der Uni Basel zum Beispiel - mit psychometrischen Fragebögen. Wenn wir so eine Einstellung [00:13:00] erfassen wollen, wollen wir ja etwas erfassen, was per Definition etwas Langfristiges ist. Das heißt, wir haben ein paar Gütekriterien, die so eine Vorgehensweise auch einhalten muss.

Das ist Objektivität: das Ergebnis sollte unabhängig von demjenigen sein, der mir den Fragebogen gibt. Das Ergebnis muss reliabel sein. Das heißt das Fremdwort für zuverlässig. Das heißt wenn ich heute, in drei Wochen und in zwei Jahren den Fragebogen ausfülle, dann muss ein sehr ähnliches Ergebnis rauskommen, weil per Definition meine Risikobereitschaft sich nicht gravierend verändern wird.

Niklas Krämer: Jetzt kommt bei mir selbst das Ergebnis 69 raus. Was heißt das denn jetzt eigentlich konkret für mich? Was bedeutet das für meine Umsetzung, für meine finanzielle Entscheidung?

Monika Müller: Zunächst mal es ist ja so, dass wir bei FinaMetrica ein Ergebnis haben, das wie sie schon angesprochen haben, zu einem Score führt - zwischen 0 und 100 - bei Ihnen 69. Die Tendenz, die man darin erkennen kann - das wird dann auch auf der [00:14:00] ersten Seite gleich gezeigt - ist, dass sie in einer relativ hohen Risikogruppe im Vergleich zu anderen Menschen sind.

Es gibt bei FinaMetrica sieben Gruppen von eins bis sieben, die mittlere Gruppe ist die Gruppe vier, da sind die Menschen drin, die mittel risikobereit sind. Und bei Ihnen, ich habe es gar nicht so in Erinnerung, müsste es mindestens die Gruppe sechs sein, bei 70 plus kann es dann auch die Gruppe sieben werden. Das heißt erst mal nur, dass Sie relativ risikofreudig sind.

Das Tolle bei FInaMetrica ist aber, dass diese Auswertung, die sie da zur Hand haben, aus mehreren Seiten Informationen besteht. Wie sieht es aus? Der Fragebogen beinhaltet 25 Fragen und 15 ungefähr davon kriegen sie zurück gespielt. Das heißt also die Antworten, die der Klient, der Mensch, der den Fragebogen ausgefüllt hat, gegeben hat, die werden aggregiert, zusammengefasst und in [00:15:00] Themen-Cluster gepackt. Das heißt also, der Berater und der Kunde können lesen: für diese Frage, zu diesem Thema hat der Kunde das und das geantwortet. Und man sieht gleich, hat er in seiner Gruppe geantwortet, also vergleichsweise wie andere Menschen mit dieser Risikobereitschaft auch oder - was einen guten Test ausmacht - hat er vielleicht bei der einen oder anderen Frage auch risikoscheuer oder risikofreudiger geantwortet?

Das ist erst mal so eine Art Maßanzug. Also nicht ein Score und das sind sie, und dann kriegen sie jetzt ein Portfolio, sondern eine Gesprächsgrundlage, die Berater und Kunde nehmen und durchsprechen. Fühlt der Kunde sich dort wieder erkannt? Gibt es Fragen dazu?

Und dann ist das Spannende, dass häufig bei dieser Beantwortung der Fragen und der Reflexion offensichtlich wird, dass es auch Widersprüche gibt. Das sind nicht diese Abweichungen, dass mal jemand vielleicht ein bisschen mehr oder weniger risikobereit eine Frage beantwortet hat. [00:16:00] Sondern das sind so Sachen wie dass jemand zum Beispiel sehr hohe Ertragserwartungen hat, die dort auch abgefragt wird, aber vielleicht nicht so arg viel Drawdown, also Verlust vorübergehend, bereit ist oder emotional in der Lage ist, auszuhalten.

Und diese speziellen interessanten Aspekte, die sieht man, wenn man sich das anguckt. Und dann kann man mit den Kunden, der sagt Ja, das bin ich, aber die Materialien von FinaMetrica nutzen, die dazu dienen, dass aus diesem Ergebnis der Risikobereitschaft in diesem differenzierten Maßanzug, Berater und Kunde anhand von Mustern Portfolien schauen können, mit dem Blick durch die Antworten, die der Kunde gegeben hat, auf den Kapitalmarkt, kann man schauen: Gibt es denn tatsächlich ein Muster Portgfolio, dass alle Bedürfnisse, alle Antworten, die der Kunde gegeben hat, auch reflektiert?

Oder ist es vielleicht so, dass [00:17:00] bei der Ertragserwartungen ein Portfolio mit hält? Und bei der Drawdown Erwartung, wieviel Verlust vorübergehend bin ich bereit auszuhalten, ein ganz anderes Portfolio in Frage kommt. Und das macht aus meiner Sicht die Arbeit mit FinaMatrica so spanned. Der Kunde und der Berater kriegen erst Mal ein Fundament.

Die können die finanzielle Risikobereitschaft repräsentiert kennenlernen. Der Kunde kann den Berater belastende Rückmeldung geben: Okay, das bin ich. Und auf Basis dieser maßgeschneiderten Rückmeldung können Berater und Kunde schauen, welche Lösung taugt denn jetzt für diesen Kunden.

Und jetzt kommt das, was ich am Anfang gesagt habe: dadurch gewinnt der Kunde viel mehr Bewusstsein für seine Entscheidung. Er erfährt: 'Das bin ich ich, und das sind meine Antworten. Dadurch bin ich relativ risikofreudig oder relativ risikoscheu oder in der Mitte, hab aber auch ein paar Widersprüche' und jetzt gucke ich mit dieser Information über mich auf diesem [00:18:00] Kapitalmarkt da draußen, der mir Möglichkeiten bietet. Und suche die für mich einigermaßen stimmige Portfolien. Und wenn ich die dann nebeneinander lege, kann der Kunde - jetzt kommt der zweite Part - intuitiv spüren 'Was ist der beste Kompromiss für mich?'

Oder was ist jetzt aus dieser Erfahrung heraus, dass ich mehr über mich weiß und weiß, zu dieser Persönlichkeit wie das bin, da passt Portfolio X oder Portfolio Y besser; das ist meine Erfahrung, dass dann Kunden selber sehr gut intuitiv rausfinden können, welche Asset Allocation des Portfolios zu ihnen passt. Und dann kann der Berater, wenn der Kunde beim Berater ist, genau das für ihn umsetzen. Wenn der Kunde beim Coach ist, dann macht er das für sich selber, aber auf einer sehr viel bewussteren Basis.

Dieses bewusste entscheiden und informieren können, das bringt Sicherheit ins [00:19:00] Spiel. Wir spielen ja so ein bisschen zwischen den Polen Risiko und Sicherheit. Und das Tolle ist, dass ich Risiko eingehen kann, das zu mir passt und ich mich dadurch sicherer in meiner Entscheidung fühle.

Niklas Krämer: Ja und vor allem haben Sie ja gerade eben auch gesagt, was die Rendite Erwartungen, die Ertragserwartungen sind, was aber auch die Erwartungen sind, was der maximale Verlust ist. Und das war ja genau die Definition des Begriffs Risiko von Anfang: die Abweichung von den Erwartungen. Und man kann sich damit vorher ein Bild machen, welche Erwartung überhaupt gerechtfertigt sind.

Jetzt haben Sie gesagt, Man kann diese Muster hat vorhin auf dem Kapitalmarkt definieren. Wir sprechen aber hier über den Sekundär Kapitalmarkt Aktien und Anleihen. Das sind ja im Prinzip diese zwei Hauptteile, mit denen man risikofreudiger werden kann, indem man mehr Aktien in ein Portfolio packt zum Beispiel 100 % oder 90 oder 80 %; und wenn man defensiver wird, geht es Richtung Anleihenfonds, Staatsanleihen zum Beispiel, die historisch gesehen weniger Schwankung hatten.

Aber erst in den letzten Monaten durch die Zinswende hat sich da doch [00:20:00] auch ein komplett neues Bild ergeben.

Monika Müller: Das stimmt nicht so ganz. Wenn Sie die Unterlagen von FinaMetrica sich anschauen, dann gabs diese Schwankungen bei den Anleihen auch in den letzten 50 Jahren zu ganz anderen Zeiten schon. Die 70 er. In den letzten 10 - 15 Jahren vielleicht nicht. Aber das ist genau das, was die Unterlagen von FinaMetrica aus meiner Sicht so spannend machen, dass wenn wir uns da einen etwas längeren Horizont angucken, dann wiederholen sich gewisse Muster nicht in jedem Jahrzehnt.

Je nachdem, wann ich anfangen zu investieren, springe ich praktisch in anderes Wasser rein. Aber dadurch, dass ich natürlich einen längeren Zeitraum vor mir habe oder haben möchte, lohnt es sich auch mal ein bisschen zu gucken, wie war das denn die letzten 30, 40, 50 Jahre, und kann ich da vielleicht Vergleichbares wieder finden?

Und da schwanken die Anleihen schon auch. Und das ist auch gerade für Menschen, die sehr risikoscheu sind, eine ganz interessante Erfahrung, wenn wir mit denen dahin gucken und sagen Guck mal: 100 % Anleihen heißt nicht, dass keine Schwankungen drin [00:21:00] waren. Wenn du ein bisschen Aktien dazu nimmst - 10 %, 20 % - hast du mehr Ertrag und zum Teil weniger Schwankungen. Und das ist ne ganz spannende Reflexion gerade mit Menschen, die sich nicht so risikofreudig verstehen.

Niklas Krämer: Genau, weil in Phasen, wo Anleihen schlecht laufen, heißt es nicht automatisch, dass Aktien auf schlecht laufen müssen - vielleicht laufen sie zumindest weniger schlecht wie jetzt, ja ich glaube, in den letzten Monaten dürften sie beide ähnlich gelaufen sein. Ich glaube beide so minus 20 % langfristige Anleihen, Aktien aber auch. Jetzt habe ich noch einen letzten Fragekomplex und das betrifft das Thema nachhaltig investieren auch ein wenig.

Und zwar aus Nachhaltigkeits Ambition, wenn man eine Wirkung mit seiner Geldanlage haben möchte, ist eine Möglichkeit, dass man sich von diesem Sekundär Kapital, dieser Börse auch entfernt. Weil wenn ich eine Aktie kaufe, ob tatsächlich eine einzelne Aktie oder auch in Form eines ETFs, ich kauf die nicht vom Unternehmen und gebe mein Geld dem Unternehmen, sondern ich kaufe die von einem anderen Aktionär. Das ist ein Sekundärmarkt, beziehungsweise [00:22:00] Tertiär- und Quartier- und so weiter - es Ist ja ein unendliches Wiederhandeln, kein neu Emittieren.

Und wenn man beim nachhaltig Investieren zum Beispiel auch in Sachwerte geht, also näher an Projekten ist und zum Beispiel Erneuerbare Energien Anlagen finanziert, passen die ja jetzt nicht ganz in diese Musterportfolien-Betrachtung rein. Was würden Sie denn jemanden zum Rat geben oder vielleicht auch mir raten in meiner Beratung: wenn ich sowas in Konzepte integriere, wie passe ich die in diese Schlussfolgerung aus dem FinaMetrica Ergebnis mit rein?

Monika Müller: Ganz einfach, FinaMetrica macht es sehr einfach für alle Seiten und macht da nicht soviel Firlefanz, sondern ganz banal: das sind Sachwerte. Und die haben ein anderes Risiko, die haben eine andere Schwankung. Natürlich kann man die bei bestimmten Sachwerten wie Immobilien nicht so leicht bestimmen, wie wenn ich jetzt eine Aktie am Aktienmarkt verfolge. Aber die [00:23:00] Grundidee von FinaMetrica ist zu sagen, es gibt Sachwerte und es gibt Geldwerte.

Jeder von uns hat ein Bedürfnis nach einer bestimmten Mischung von Risiko, definiert über diese beiden Gruppen. Und in die Sachwerte gehören Immobilien, einzelne Aktien, ETFs, Fonds, da gehören auch geschlossene Fonds rein - wenn Sie von geschlossenen Fonds gesprochen haben bei Erneuerbaren Energien-Investments, da gibt's ja auch unterschiedliche Möglichkeiten zu investieren. Und die haben natürlich ein hohes Risiko.

Aber wenn sie ein Teil des Vermögens sind, und zwar der richtige Teil - also die Aufteilung für den Kunden die passende ist - dann ist das, was FinaMetrica sagt: es geht darum im großen Paket, nicht nur beim einzelnen Asset, sondern im gesamten Vermögensbild eine stimmige, für den Kunden passende Mischung zu haben.

Da geht es auch darum zu sagen, wir nehmen zum Beispiel auch die Rentenanwartschaften [00:24:00] mit rein, was häufig übersehen wird. Also die Asset Verteilung von Menschen, die ist auf den ersten Blick häufig sehr fokussiert auf vielleicht Aktiendepot, oder überhaupt Depot. Aber im Grunde genommen empfiehlt FinaMetrica zu sagen: Guck dir das große Bild und hilft einem Kunden, alles, was er besitzt, was er anspart, sei es über Rentenanwartschaften, sei es über eine Immobilie - da muss man natürlich genau darüber sprechen, wie sieht der Kunde das selber - aber im Grunde genommen sind Windkraftanlagen, Solaranlagen Sachwerte.

Niklas Krämer: Gut, dann lassen Sie uns doch am Ende noch mal den Bogen schließen, weil wir haben jetzt viel gesprochen über eine Beratungs Situation, in der wirklich ein Coach oder ein Berater oder einer Beraterin mit einem Menschen arbeitet.

Ich glaube, eine Schlussfolgerung, die man aus dieser Folge für sich als Hörer*in ziehen kann, ist ja, dass man einfach sagt: Ich möchte bewusst eine Entscheidung treffen, dass ich mir überhaupt mal über diese Situation Gedanken mache. Was bedeuten einfach meine Entscheidungen? Was haben die für potenzielle [00:25:00] Auswirkungen?

Was kann man konkret für sich mitnehmen? Würden Sie sagen: FinaMetrica, das kann man online finden, kann man für sich selber machen und mal selber drüber schauen. Oder würden Sie sagen, da sollte man sich unbedingt einen Berater suchen und vielleicht 200 € Honorar zahlen dafür, dass man das mal mit dem Berater bespricht?

Monika Müller: Also ich würde mal sagen zwei wesentliche Dinge: Das eine ist, darauf zu achten, dass wir alle unsere Risikobereitschaft und unsere Risikowahrnehmung im Entscheidungsprozess unterscheiden lernen und immer wieder bewusst machen, die Unruhe, die manchmal aufkommt, entsteht durch News, die in drei Wochen oder zwei Jahren wieder Schnee von gestern sind.

Aber meine Anlagehorizont ist vielleicht 30 Jahre. Da ist es komplett unrelevant, wenn ich eine gute Grundstruktur habe. Und diese Grundstruktur ist am besten aufgebaut auf meiner eigenen finanziellen Risikobereitschaft. Weil wir sprechen von einer Komfortzone. Und eine Komfortzone im psychologischen [00:26:00] Sinne ist in Zone, ein Bereich, bei dem vorübergehende Verlustsituation entstehen aber auch Ertragserwartungsituationen, die aushalten können muss.

Und Komfortzone heißt, ich bin allokiert in einem Bereich - sei es mittleres Risiko, geringes Risiko oder hohes Risiko - in dem ich mich neutral und angstfrei oder spannungsfrei bewege. Das bedeutet für denjenigen, der sehr risikofreudig ist, der muss gucken, macht das Sinn, so viel Risiko zu nehmen macht es nämlich nicht immer.

Aber wenn ich dann weniger Risiko einnehme, als ich von meiner Persönlichkeit her so nehmen könnte, dann kann es sein, dass ich manchmal unruhig werde, wenn ich mir das bewusst mache dann kann ich damit umgehen. Und es gibt Ereignisse da draußen in der Zeitung oder Gesprächen mit Freunden, die meine Wahrnehmung beeinflussen, und ich habe plötzlich die Wahrnehmung, alles ist [00:27:00] Risiko, alles ist ganz besonders gefährlich.

Dann ist es wichtig, dass ich mit meinem Berater oder einer Beraterin, mit meinem Coach oder einem Freund noch mal hingucke, betrifft es wirklich mein Portfolio? Oder ist gerade meine Risikowahrnehmung von all dem, was da draußen am Markt passiert verzerrt und sollte auch da draußen bleiben. Und das aus meiner Sicht einer der wichtigsten Punkte, die ich aus so einer Betrachtung mitnehmen kann.

Und das Zweite ist Ich kann FinaMetrica natürlich irgendwie vielleicht auch da draußen finden und selbst machen. Aber ich werde nie aus dieser Auswertung - das habe ich mit viel Beratern erlebt, die selbst die Auswertung gelesen haben, einfach nur große Fragezeichen in den Augen hatten und als Endkunde genauso - ich werde aus so einer Auswertung nie das rausholen können, was durch ein gutes, fundiertes Auswertungsgespräch, was ein Berater oder ein Finanzcoach, der darin geschult ist, mit mir [00:28:00] führen kann. Und deshalb ist aus mal das ist ganz wichtig zu verstehen, dass FinaMetrica ist eine Gesprächsgrundlage. Die ersetzt weder den Berater noch den Coach.

Und wir alle - Profis oder Privatkunden - tun uns einen großen Gefallen, wenn wir so wichtige Entscheidungen wie den langfristigen Vermögensaufbau, nachhaltigen Vermögensaufbau, eben gut reflektiert vornehmen. Das heißt die Partner einbinden, aber aus meiner Sicht eben auch einen professionellen Gesprächspartner, der mir hilft, das meiste, das für mich wichtigste aus so einer Auswertung und den Blick auf den Kapitalmarkt rauszuholen. Das sind die zwei Dinge, die aus unserem Podcast eigentlich jeder mitnehmen kann.

Niklas Krämer: Man merkt auf jeden Fall, das ist ein hoch psychologisches Thema, dieses Spannungsfeld aus Bereitschaft aber auch Wahrnehmung, die sich wirklich täglich ändern kann, wenn sich Lebensumstände verändern - auf jeden Fall [00:29:00] relevant in die eigene Vermögensplanung mit einzubeziehen.

Und ich glaube, es gibt ganz viel Sicherheit, weil wie Sie sagen, man kann eine höhere Risikobereitschaft haben, sich trotzdem aber rational entscheiden für ein gewisses kurzfristiges Sparziel doch defensiver zu investieren. Anders herum genauso: man kann sich entscheiden für ein sehr langfristiges Anlageziel zum Beispiel die Altersvorsorge offensiver zu investieren, als man das eigentlich bereit ist, aber das tut man bewusst und mit diesem Bewusstsein kann man viel besser damit umgehen mit dieser verändernden Risikowahrnehmung.

Monika Müller: Negative Ereignisse, die kommen nicht vermeiden, aber negative Überraschungen - indem wir vorweg denken, Szenarien denken und das Richtige für uns auswählen. Und das ist der große Vorteil. Weil wenn wir negativ überrascht sind, dann reagieren wir emotional und das ist in der Regel nicht der beste Ausgangspunkt.

Niklas Krämer: Genau! Vielen Dank, Frau Müller.

Und wenn du, liebe*r Zuhörer*in, deine persönliche Risikobereitschaft herausfinden möchtest, schick mir einfach eine E Mail an info@finance-4future.De [00:30:00] mit dem Betreff "Risikotest Podcast" und deinem Vor- und Nachnamen. Dann sende ich dir kostenfrei eine Einladung für deinen persönlichen FinaMetrica-Test. Wenn du möchtest, können wir deine Ergebnisse auch in einem gemeinsamen Termin auswerten, dafür darf ich dann allerdings ein Honorar von 150 € berechnen.

Outro: Das war die heutige Folge des Finance for Future-Podcasts. Vielen Dank, dass du dabei warst. Hast du noch Fragen zu den heutigen Themen? Schreib Sie gerne unten in die Kommentare oder melde dich bei uns bei E Mail oder über Instagram @finance_4future.